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Einsatz 46 von 62 Einsätzen im Jahr 2010
Einsatzart: Brandeinsatz
Kurzbericht: Scheunenbrand, Nachalarmierung!, Kampfmittelräumdienst im Einsatz
Einsatzort: Flegessen, Gülichstr.
Alarmierung : Alarmierung per Meldeempfänger, Drehleiter-Schleife

am 11.09.2010 um 12:52 Uhr

Einsatzende: 18:00 Uhr
Einsatzdauer: 5 Std. und 8 Min.
Einsatzleiter: C. Koch
Mannschaftsstärke: 24
Fahrzeuge am Einsatzort: Bad Münder - TLF 16/25 Bad Münder - DLK 23/12 Bad Münder - LF-16 Bad Münder - ELW
alarmierte Einheiten:
Feuerwehr Hachmühlen
Feuerwehr Flegessen
Feuerwehr Hasperde
Feuerwehr Brullsen
Feuerwehr Klein Süntel
Landkreis, GW-AS
DRK SEG Bad Münder
Polizei
NEF Bad Münder
Kampfmittelräumdienst
Untere Wasserbehörde
Landkreis, Tankwagen

Einsatzbericht:

Vier Stunden hatten 85 Freiwillige aus sieben Feuerwehren am Sonnabend gegen meterhohe Flammen, große Hitze und beißenden Qualm gekämpft. Um 16.50 Uhr war das Großfeuer an der Gülichstraße in Flegessen gelöscht.

In der völlig ausgebrannten Scheune eines Bauernhofes, die wohl als Werkstatt und Lager genutzt wurde, schaufelten die Feuerwehrleute Christian Sill aus Bad Münder und Kay Böttcher den letzten noch schwelenden Brandschutt ins Freie, als etwas Unvorhergesehenes geschah: „Ich habe eine angekokelte Sporttasche angehoben. Plötzlich riss der Boden auf und mir fielen jede Menge Schusswaffen, Patronen und eine Handgranate vor die Füße“, sagt Oberfeuerwehrmann Sill – und fügt hinzu: „Das hat uns einen gehörigen Schrecken eingejagt. Wir haben sofort den geordneten Rückzug angetreten und die Einsatzleitung informiert.“

Die Polizei aus Bad Münder rief den Kampfmittelräumdienst aus Munster nach Flegessen, und die Feuerwehren aus Flegessen, Klein Süntel, Hachmühlen, Bad Münder, Hasperde, Brullsen und Kirchohsen verließen den Einsatzort. Ihre Arbeit war getan, nun mussten andere Spezialisten ran. „In der Scheune wurden 24 Pistolen und Revolver, zehn Gewehre, Übungsmunition, die vermutlich von der Bundeswehr stammt, Schwerter, Messer und eine Handgranate gefunden“, berichtet Oberkommissar Jörn Schedlitzki. Im Landeskriminalamt Niedersachsen werde nun geprüft, ob es sich bei diesen Teilen um verbotene scharfe Schuss- oder um Dekorationswaffen handelt. Inzwischen steht fest: In der Granate waren weder Zünder noch Sprengstoff.

Bad Münders Stadtbrandmeister Carsten Koch war wütend: „Ich bin stinksauer, dass uns der Besitzer der Waffen nicht gewarnt hat. Ein paar Mal hat es geknallt. Niemand weiß, ob da Spraydosen hochgegangen oder Patronen explodiert sind. Wir hatten Glück, dass nichts Schlimmes passiert ist.“

Die Feuerwehren konnten mit ihrer Arbeit zufrieden sein. „Gemeinsam ist es uns gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf eine mit Getreide gefüllte Scheune und zwei Wohnhäuser zu verhindern“, sagt der Erste Hauptfeuerwehrmann Marko Klose. Große Mengen Wasser wurden von Hydranten und aus Tanklöschfahrzeugen zur brennenden Backstein-Scheune gepumpt. Als besonders effektiv erwies sich der Einsatz des Wasserwerfers (Wenderohr), der auf dem Drehleiterkorb montiert worden war, denn: Aus luftiger Höhe konnten die Flammen gezielt bekämpft werden.

„In der Scheune stand ein Ford Kombi, wurden Schallplatten, Videokassetten und Zeitungen aufbewahrt. Das hat dem Feuer reichlich Nahrung geboten“, sagt Einsatzleiter Koch. Der Stadtbrandmeister ließ die Gullyschächte mit Dichtkissen, die mit Wasser gefüllt wurden, verschließen. „Wir wollten verhindern, dass mit dem Löschwasser Altöl in die Kanalisation läuft.“ Spezialisten der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen rückten mit einem Tankwagen an, saugten die Flüssigkeit von der Straße. Später stellte sich heraus: „Es war so gut wie überhaupt kein Öl im Wasser nachweisbar“, sagt Stadtbrandmeister Koch. Deshalb habe die Wasserbehörde gestattet, das Löschwasser auf einem Acker zu verklappen.

Ein Ehepaar (65, 70), das in dem Bauernhaus zur Miete wohnt, und ein Feuerwehrmann (23) aus Hachmühlen wurden mit einem DRK-Rettungswagen ins Krankenhaus nach Springe gefahren. „Der Kamerad hat sich beim Herunterklappen der Leiter am Heck des Löschfahrzeugs einen Finger gequetscht“, erklärt der stellvertretende Stadtbrandmeister Heinz-Jürgen Klapper. Die Kuppe sei aufgeplatzt, die Wunde habe genäht werden müssen. Die beiden Hausbewohner seien vorsorglich mit einer leichten Rauchgasvergiftung abtransportiert worden. „Sie hatten wegen der Aufregung aber wohl auch Kreislaufprobleme“, sagt Klapper.

Meterhohe Flammen schlagen aus der Scheune, eine schwarze Rauchsäule steht über Flegessen: Die Feuerwehr fährt die Drehleiter aus und löscht mit dem Wasserwerfer.
Bericht Quelle: Ulrich Behmann

Ergänzungen:

  • Eingesetzte Kräfte der FF Bad Münder: 24
  • Nachalarmierung des ELW sowie die Tagschleife der FF Bad Münder


Eingesetzte Mittel:

  • 13 PA Träger
  • 3 C-Rohre
  • 3 B-Rohre
  • Wärmebildkamera
  • 5x Schaummittel
Quelle Ergänzungen, eingesetzte Mittel:
Fotos/Text: C.Sill | Webteam FF Bad Münder
weitere Fotos und Video: Ulrich Behmenn, Dewezet


Ein Video zum Einsatz findet ihr HIER

Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)
Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)Brandeinsatz vom 11.09.2010  |  (C) Feuerwehr Bad Münder (2010)
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ungefährer Einsatzort:
Unwetterwarnung
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)
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