Start Freiwillige Feuerwehr Besondere Einsätze Zugunglück 09.09.2002
Kranke Klägerin stimmt Vergleich zu – Bahn-Tochter Railion zahlt 20 000 Euro

Bad Münder/Celle (mf). Genau acht Jahre und drei Wochen nach dem tragischen Giftgasunfall im Deisterbahnhof werden die letzten Prozessakten geschlossen. Christa Seidler, die die Bahn-Tochter Railion auf Schadensersatz verklagt hatte, stimmte vor dem Oberlandesgericht Celle einem Vergleichsangebot zu. Das Unternehmen zahlt ihr 20 000 Euro.

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Am 09.09.2002 wurde die Feuerwehr Bad Münder um 20:51 Uhr zu einem Zugzusammenstoss in die Nähe des Deisterbahnhofes gerufen. Die erste Meldung der Leitstelle lautete: "Am Deisterbahnhof Bad  Münder sind zwei Güterzüge kollidiert, die Lokführer sind noch in den Loks eingeklemmt, eine Lok brennt!" Daraufhin rückte die 3. Gruppe der Ortswehr, die zum Zeitpunkt der Alarmierung ihren Gruppendienst auf dem Gelände der Fa. Rexam verrichtete, mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 und dem Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 zur Einsatzstelle aus. Da in der ersten Meldung noch nicht von  gefährlichen Stoffen die Rede war, fuhren die Fahrzeuge der FF Bad Münder noch direkt in die Nähe der Züge. Erst vor Ort wurde klar, dass ein Kesselwagen in Flammen stand und nicht der Triebwagen. Eine Menschenrettung war jedoch nicht erforderlich, da die beiden Lokführer den Einsatzkräften entgegengelaufen kamen. Sie wurden dem Rettungsdienst übergeben. Ein Einsatz mit Bereitstellung wurde eingeleitet, aber nicht mit den Löscharbeiten begonnen, weil die Oberleitung noch nicht abgeschaltet und geerdet war und dadurch eine erhebliche Gefahr für die eingesetzten Kräfte bestanden hätte. Aufgrund der zunächst einmal nur vermuteten Explosionsgefahr wurden die Einsatzkräfte immer weiter von dem brennenden Waggon abgezogen. Um 21:48 Uhr ereignete sich  eine erste Explosion, die die Kräfte aus etwa 100 m Entfernung erlebten. Daraufhin wurden alle Einsatzkräfte die inzwischen vor Ort waren bis zum Bahnhofsgebäude zurückgezogen. Da nun durch die Explosion deutlich wurde, dass sich in dem Kesselwagen Gefahrgut befand, wurden auch die Spezialkräfte des ABC-Zuges, des Umweltzuges, sowie weitere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Bad Münder und des Landkreises alarmiert. Noch während der Anfahrt dieser Kräfte wurde an der Einsatzstelle beschlossen die Brandbekämpfung unter Vollschutzanzug (CSA) durchzuführen. Die Einsatzleitung entschied sich für Schwerschaum als Löschmittel. Alle vier Gefahrstoff-Messwagen des Landkreises waren unmittelbar an der Einsatzstelle und im weiten Umkreis von Bad Münder im Einsatz, um eventuell vorhandene Schadstoffe in der Luft zu messen. Die unzähligen Messergebnisse lagen jedoch allesamt unter der Nachweisgrenze.

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Epichlorhydrin
ist eine wasserklare, nach Chloroform riechende, leicht bewegliche Flüssigkeit. Es wurde im Tierversuch als eindeutig krebserzeugend erkannt, daher lässt sich kein MAK-Wert angeben. Es ist zwar optisch aktiv, es liegt aber nach den üblichen Synthesen ein Racemat vor.

Gewinnung und Darstellung
Durch Umsetzung von Allylchlorid mit Hypochlorit und anschließender Behandlung mit NaOH.

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Aktualisiert (Dienstag, den 23. März 2010 um 15:55 Uhr)

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Zwei Güterzüge sind am 09.09.2002 um 20.45 Uhr frontal im Bahnhof Bad Münder zusammengestoßen. Dadurch trat aus einem Kesselwagen der Gefahrstoff Epichlorhydrin aus. Dieser bildet in Verbindung mit Sauerstoff ein explosionsfähiges Gemisch. Einzelne Kammern des Kesselwagens zerbarsten im weiteren Verlauf explosionsartig. Beide Lokführer wurden glücklicherweise nur leicht verletzt, und konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Zu Beginn des Einsatzes wurde das nahegelegene Friederiken-Stift (Reha-Klinik) und die am Bahnhof gelegene Dyes-Siedlung durch die Polizei und das DRK evakuiert. Durch den Einsatz von 4 Messwagen der Feuerwehr und 2 der Polizei wurden im Laufe des Einsatzes weit über 50 Messungen in verschiedenen Abständen zur Schadenstelle durchgeführt. Bei keiner dieser Messungen konnte eine erhöhte Schadstoffkonzentration festgestellt werden.

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