Start Freiwillige Feuerwehr Martinshorn - muss das sein? - Kritik bringt Feuerwehr auf die Palme

Bad Münder (lil/oe). Kritik mit weitreichenden Folgen: Die Beschwerden von Anwohnern, die ihre Nachtruhe durch Martinshorn und Blaulicht gestört fühlen, sind derzeit bei nahezu jeder Jahresversammlung der münderschen Ortsfeuerwehren Thema. Konkret hatten sich Anwohner nach dem Löscheinsatz eines nächtlichen Garagenbrands in Luttringhausen im Februar empört. „Für solche Beschwerden hat die Feuerwehr überhaupt kein Verständnis“, sagt Stadtbrandmeister Carsten Koch.

Die Leute wüssten gar nicht, was die Feuerwehr mache. „Wir benutzen das Martinshorn, um anderen zu helfen“, so Koch. Dass die Einsatzkräfte ihr Sonderrecht und Wegerecht in Anspruch nehmen, um Menschenleben zu retten, ist nicht überall bekannt. Außerdem sichern sich die Wehren durch Einschalten von Martinshorn und Blaulicht – kommt es zu Unfällen – rechtlich ab. „Ich weiß doch nicht, wer nachts auf den Straßen unterwegs ist.“

Auch erinnert der Stadtbrandmeister an den Einsatz in Luttringhausen. „Unsere Leute haben sich bei minus zehn Grad den Arsch abgefroren. Wer da zwei-, dreimal in seiner Nachtruhe gestört wird, kann sich wieder umdrehen und weiterschlafen.“ Was Koch außerdem bedauert: Die Anwohner beschwerten sich nicht bei ihm oder den Ortswehren, sondern bei der Polizei – die Namen der Anwohner seien ihm folglich nicht bekannt. „Dabei kann man mich gerne anrufen und zu den Einsätzen befragen.“

Seiner Verärgerung über die Beschwerde eines Anwohners und die mangelnde Anerkennung der Arbeit der Feuerwehr hat jetzt Heinrich Jochim, stellvertretender Stadtbrandmeister, Luft gemacht. So nahm er während der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr Böbber kein Blatt vor den Mund, als ein Besucher sich darüber beschwerte, dass bei einem Einsatz in Eimbeckhausen mit viel zu hoher Geschwindigkeit – die Fahrer teils mit Handy am Ohr – manchmal auf den Bürgersteigen direkt am örtlichen Kindergarten vorbei gefahren worden wäre. Müsse auch die Feuerwehr nicht zuerst eine Gefährdung anderer ausschließen und sich so weit wie möglich an die Geschwindigkeitsbegrenzung in der verkehrsberuhigten Zone halten, so die Frage des Anliegers. Jochim hielt ihm entrüstet entgegen: „Tragen Sie das in Eimbeckhausen vor, dann können Sie froh sein, wenn Sie da heile rauskommen. Ihnen wünsche ich, dass Ihnen der Arsch auch mal auf Grundeis geht und Sie die Feuerwehr selbst brauchen, dann wären Sie froh, wenn wir schnell da sind.“ Daraufhin wurde die Diskussion abgebrochen. Im Verlauf der Sitzung hatte Jochim bereits mit Unverständnis auf die Beschwerden einiger Bürger reagiert, die sich vom nächtlichen Lärm bei besagtem Einsatz in Luttringhausen belästigt gefühlt hatten.

Quelle:
www.ndz.de

Aktualisiert (Dienstag, den 13. März 2012 um 12:22 Uhr)

 
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