Start Freiwillige Feuerwehr Neue Regelungen sollen die Lücken schließen

Das Land Niedersachsen hat das älteste Brandschutzgesetz in der Bundesrepublik. In der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres soll das aus dem Jahr 1978 stammende Paragrafenwerk reformiert werden. „Nach meiner Meinung sind die Feuerwehren nicht schlecht damit gefahren. Und das ist auch der Grund, warum es so lange gehalten hat“, sagt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke, räumt aber ein. „Es gibt sicherlich Punkte, die einer Anpassung bedürfen.“

Dazu gehört die Unvereinbarkeit: Wer in einer Werksfeuerwehr tätig ist, darf bisher keine Führungsposition in einer freiwilligen Feuerwehr übernehmen. „Das können wir uns bei den Personalressourcen heute nicht mehr erlauben“, befürwortet Wöbbecke die Abschaffung. „Es ist schade um den Mann, ihn in der zweiten Reihe abzustellen.“


 

Uwe Behrendt ist so ein Mann aus der „zweiten Reihe“: Er hat seit zwölf Jahren das Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters inne, seit acht Jahren ist er Bad Münders kommissarischer Ortsbrandmeister. „Nur kommissarisch, weil ich Berufsfeuerwehrmann bin“, erklärt er. „Die Gesetzesänderung muss unbedingt kommen“, sagt er. „Nicht nur, dass ich den Posten übernehmen würde, auch viele meiner Arbeitskollegen stehen in den Startlöchern.“

Erst im April, nicht schon während der Jahreshauptversammlung in vier Wochen, stehen Wahlen bei der Ortsfeuerwehr Bad Münder auf dem Programm. „Wir warten bewusst damit, vielleicht wissen wir dann besser Bescheid über die Gesetzesänderung“, so Behrendt.

Die Tagesverfügbarkeit könnte auch durch das neue Gesetz optimiert werden. So könnten Berufspendler Mitglied in zwei Ortsfeuerwehren sein – in der ihres Heimatorts und in der ihres Arbeitsorts. „Die Leute müssen es wollen, und der Arbeitgeber muss mitspielen“, sagt Wöbbecke. „Für uns würde es Sinn machen und uns in Einzelfällen auch weiterbringen.“

Die Kinderfeuerwehr könnte als weitere Abteilung im Gesetz aufgenommen werden. Die Altersgrenze für Aktive soll voraussichtlich bei 62 Jahren bleiben. „Letzter Stand ist, dass sie auf Antrag auf 65 Jahre heraufgestuft werden könnte“, weiß Wöbbecke. „Aber ob dafür eine ärztliche Untersuchung nötig ist, wer den Antrag entgegennimmt und beurteilt – das steht alles in der Schwebe.“

Wann genau, die Änderungen und Ergänzungen in Kraft treten sollen, ist ungewiss. „Bisher liegt noch nicht mal ein Entwurf vor“, so Wöbbecke. „Das ist jetzt noch Kaffeeleserei.“ Bad Münders Stadtbrandmeister Carsten Koch sieht das ähnlich: „Das ist ein müßiges Thema. Solange das Gesetz nicht Rechtsgültigkeit hat, macht es keinen Sinn, sich damit auseinanderzusetzen.“

Einwände können die betroffenen Feuerwehren über den Kreisfeuerwehrverband formulieren.

Quelle:
Ndz.de

Aktualisiert (Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 08:55 Uhr)

 
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