Start Freiwillige Feuerwehr Klaus Leibelt - Bei ihm kommt die Technik auf den Prüfstand
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210 000 Euro bekommt die Feuerwehr jährlich von der Stadt Bad Münder. Eine Summe, die zunächst gewaltig erscheint – jedoch schnell dahin schmilzt, wenn die Ausgabenseite betrachtet wird. Auch wenn Großeinsätze glücklicherweise in den vergangenen Jahren selten geworden sind – Fortbildungen, die Instandhaltung der Fahrzeuge und Gebäude, Anschaffung von Pumpen, Schutzkleidung und anderen Materialien drücken das Budget. Und: In den vergangenen Jahren haben sich auch explodierende Spritpreise im Feuerwehr-Etat niedergeschlagen.

„Für einen Nachtragshaushalt gibt es so gut wie keine Möglichkeit“, sagt Heinrich Jochim, stellvertretender Stadtbrandmeister. Einzig durch kostenpflichtige Einsätze ließen sich die Finanzen ein wenig aufbessern – auch, wenn die ersten 10 000 Euro eines jeden Jahres direkt an die Stadt zurückflössen. Der Rest, der beispielsweise durch das Abstreuen von Ölspuren oder Straßensicherungen wie kürzlich bei der „Velotour“ eingenommen wird, bleibt bei den Feuerwehren. Und Geld wird benötigt: Allein eine vollständige Feuerschutzkleidung inklusive Atemschutz schlägt pro Einsatzkraft mit bis zu 900 Euro zu Buche. Sparen steht für das Stadtkommando in diesem Bereich aber nicht zur Debatte: „Die Sicherheit hat immer Vorrang“, sagt Jochim. Gespart werden kann aber bei der Unterhaltung: „Ölwechsel, TÜV-Vorbereitung und kleinere Wartungen werden inzwischen vom städtischen Bauhof erledigt und damit intern verrechnet“, berichtet Jochim, „und wir vermeiden natürlich unnötige Fahrten mit den Fahrzeugen.

Um gerade diese „unnötigen Fahrten“ zu vermeiden, dafür arbeitet seit Anfang des Jahres Klaus Leibelt über sein ehrenamtliches Engagement hinaus für die Feuerwehr. Vor einem Jahr noch musste die Wartung der Materialien auf den Einsatzfahrzeugen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen durchgeführt werden. Jetzt kümmert sich Leibelt, der in Teilzeit beim Blutspendedienst in Springe beschäftigt ist, um die Leinen, Pumpen und Leitern der Wehr. Als gelernter Elektriker darf er auch Funkgeräte und die anderen technischen Geräte der Fahrzeuge auf ihre ordnungsgemäße Funktion überprüfen.

Neben Leibelt hat nur noch ein weiterer Feuerwehrkamerad die entsprechenden Fortbildungen absolviert, die nötig für eine Kontrollerlaubnis sind. Jedes Jahr müssen die Überprüfungen neu durchgeführt werden: In jedem Auto, in jedem Gerätehaus. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert: „Ich hatte schon eine Leine aus dem Jahr 1970 in der Hand. Die lag noch im Feuerwehrauto – obwohl jede Leine spätestens nach zehn Jahren ausgetauscht werden muss.“

Denn bei der Überprüfung geht es nicht alleine um technische Probleme, die auftauchen können – es geht auch um die Sicherheit der Einsatzkräfte. Und im Einsatz muss natürlich auch alles funktionieren. Ohne das prüfende Auge Leibelts wäre möglicherweise der Stein in der Tragkraftspritze erst bei einem Einsatz entdeckt worden – und wertvolle Zeit für das Entfernen draufgegangen. Wenn denn der Einsatzwagen überhaupt vor Ort aufgetaucht wäre: Bei Leibelts Test springt das Fahrzeug nicht an, die Starterbatterie ist nicht aufgeladen.

Am Ende des Jahres soll Bilanz gezogen werden über die Arbeit von Klaus Leibelt – doch schon jetzt scheint klar, dass er alleine mit der Instandhaltung zeitlich überfordert ist: „Ich habe eigentlich immer ein oder zwei Helfer, die mich ehrenamtlich unterstützen. Ohne die beiden würde ich das gar nicht schaffen.“ Und trotzdem: Seit Januar hat er schon rund 60 Überstunden auf dem Zettel.
Quelle:
www.ndz.de
 
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